Ihre Gesundheit: Ihr privater Ansatz !

An der Tatsache, dass das Altern zum Leben gehört, kommen wir nicht vorbei. Andererseits ist es eine große kulturelle und soziale Errungenschaft unserer Gesellschaft, dass wir eine hohe Lebenserwartung haben. Damit wir diese Jahre in möglichst guter Gesundheit erleben, sollten wir unsere Lebensführung im Hinblick auf positive Faktoren immer mal wieder neu überdenken. Gerade die gesundheitspolitische Entwicklung sollte verstärkt Anlass dafür sein, sich seiner Eigenverantwortung, der Verantwortung gegenüber seinem Körper bewusst zu werden.

Die WHO definiert Gesundheit als Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Schauen Sie sich in Ihrem eigenen Umfeld und in der Welt um, so werden Sie merken, dass dieses Ziel kaum zu erreichen sein wird, in der Welt in der wir leben.

Jeder, der heute ein Gesundheitsmagazin anschaut, hat sofort den Eindruck, dass er sich irrtümlich jahrzehntelang gesund gefühlt hat. Oder anders gesagt: gesund ist eine Person, die nicht ausreichend untersucht wurde. Lassen Sie sich aber dadurch in der Realität nicht von vernünftiger Vorsorge abhalten.
Hilfreicher ist da, insb. für Menschen über 50, also "Gruftis und Kompostis", die Definition von Friedrich Nietzsche: Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen.
Das Streben nach Gesundheit im Sinne einer irrealen Definition darf nicht unseren Alltag dominieren, denn die ständige Sorge um die Gesundheit, so sagt Platon, ist auch eine Krankheit.
Somit sollten wir uns nach einem gangbaren Mittelweg umsehen.

Altern gehört zu den biologischen Grundvorgängen. In den letzten 100 Jahren ist die Lebenserwartung der Menschen um über 100 % gestiegen. Sie liegt in der Bundesrepublik Deutschland derzeit bei 74,5 Jahren für die Männer und bei 80,7 Jahren bei den Frauen. Die maximale Lebenserwartung wird generell zwischen 115 und 120 Jahren festgelegt. Den höchsten Gewinn an Lebensjahren bringt die Verhinderung von kardiovaskulären Erkrankungen (z.B. Apoplex, Herzinfarkt) und die Ausschaltung von Krebs.

Beim physiologischen Altern werden Enzymdefekte der oxidativen Phosphorylierung beobachtet, die zur Bildung freier Sauerstoff-Radikale führen. Radikale sind verantwortlich für den oxidativen Stress, der im Alter ansteigt. Oxidativer Stress ist die Dysbalance zwischen Radikalbildern (Oxidantien) und Radikalfängern (Anti-Oxidantien) zugunsten ersterer. Technogene Umweltbelastungen, veränderte Ernährungsgewohnheiten und Genussgifte, UV-Strahlenbelastung (Sonnenbäder), unangemessene, da untrainiert und angepasst, starke körperliche Tätigkeit, wirken letztendlich als Radikalgeneratoren. Epidemiologische Studien ergaben, dass aus den gleichen Gründen eine Unterversorgung mit nutritiven Antioxidantien in Deutschland vorliegt.

Altern, und damit Anti-Altern beginnt schon ab 35: Zeitiger Gesundheitscheck deckt die sich abzeichnenden Schwachstellen auf.

Spätestens ab dem 30.-35. Lebensjahr sollten sich Frauen wie Männer neben Beruf und Familie auch mit ihrer eigenen Lebensführung, den Ernährungsgewohnheiten, der körperlichen Fitness und den persönlichen Gesundheitsrisiken auseinandersetzen. In dieser Lebensphase ist es deshalb ganz entscheidend, Schwachstellen im Körper auf zu spüren und gezielte vorbeugende Maßnahmen einzuleiten, um ein gesundes Älterwerden zu ermöglichen und beschleunigten Alterungs- und Abbauprozessen wirksam zu begegnen. Die ersten Schwächen zeigen sich bereits in den besten Jahren.
Die mehr oder weniger diskreten Auswirkungen hormoneller Defizite in der Lebensmitte finden beim Mann (im Gegensatz zur Frau) nur selten Beachtung und werden vielmehr dem "normalen" Alterungsprozess, beruflichen bzw. privaten Lebensumständen sowie Überforderungssituationen angelastet.
Wir können nicht wirklich jünger werden, aber wir können durch natürliche Lebensweise, Übungen und Ernährungsumstellung, den Status zu verbessern. Denken Sie an Altern als den Prozess, bei dem wir zunehmend austrocknen (dehydrieren) und Wasser, das in den Zellen gelagert und notwendig ist, verlieren. Um jung zu bleiben, müssen wir den damit verbundenen Rückgang von Hormonen, komplexen Eiweißen, Polypeptiden, Fermenten und Wasserverlust so gut als möglich begrenzen.
Daraus ergeben sich grundlegende Prinzipien und Forderungen an die Gestaltung unseres Lebens, wenn wir in diesem Sinne etwas für uns tun wollen, sowie mehrere Ebenen, die ineinander greifen und auf einander aufbauen, auf denen wir handeln und etwas tun können, damit wir so gesund und fit wie möglich älter werden, als Voraussetzung für erlebenswertes hohes Alter.

Die Säulen:

  • Gesunde Ernährung (vielfach und variabel Obst und Gemüse/Tag, wenig Fleisch, komplexe Kohlehydrate)
  • Normales Gewicht (BMI 18 – 25)
  • Maßvolle aber regelmäßige körperliche Bewegung. Ausdauertraining und Dehnübungen. 
  • Abbau von alltäglichen Stress-Faktoren
  • Optimierung Ihrer Wirbelsäulen-Statik, Behandlung von Fehlstellungen, Blockaden und Verspannungen. Hierin liegen viel häufiger die Gründe für Beschwerden, als Sie das vermuten.
  • Einmal tägl. kurze Ruhephase (z.B. Schlaf, Entspannung, autogenes Training, Meditation)
  • Regelmäßiger Schlaf (bester und gesündester Schlaf für Ihr Wohlbefinden zw. 22 und 2 Uhr nachts)
  • Mindestens Ausgleich und Vermeidung von Defiziten in der Mikronährstoffverorgung (Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe) durch Ernährung (und evtl. Nahrungsergänzung)
  • Evtl. Ausgleich und Vermeidung von Hormonmangel, bedingt durch das Älterwerden, entsprechend festgestellter Mängel.
  • Krankheitsvorbeugende medizinische Untersuchungen, gerade wenn noch keine Beschwerden da sind. (Dies umfasst weit mehr, als das Krankenkassenspezifische Früherkennungs-Minimalangebot).
  • Vorbeugung = Prävention: Nutzen Sie das Jahrzehnt von 45 - 55 Jahren für die Weichenstellungen.
  • Kein Nikotin, weder aktiv noch passiv !
  • Geringer Alkoholkonsum
  • Sie können so Defizite vermeiden, aber Sie können auch mehr tun:
  • Den Nutzen maximieren.
  • Das Ziel ist gesund zu altern.

Und wenn das Ziel nicht ganz erreicht wird, so ist der Weg das Ziel.

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