Ihre Gesundheit: Gesund essen, gesund bleiben

Dem Krebs vorbeugen --- Wer viel Obst, Gemüse und Vollgetreideprodukte isst und sich fettarm und mit mäßigem Fleischkonsum (etwa zwei bis drei mal pro Woche) ernährt, verbessert seinen Gesundheitszustand. Es gibt starke Hinweise darauf, dass ausgewählte und gut zubereitete Nahrung das Risiko, an Krebs zu erkranken, senken kann. Nicht alle Zusammenhänge, die vermutet werden, sind bislang bewiesen. Dass aber zumindest einige Krebserkrankungen mit der Ernährung in Beziehung stehen, gilt inzwischen als weitgehend gesichert. Andere Krebsarten scheinen dagegen unabhängig von Ernährungsgewohnheiten zu sein.

Schutz vor Tumoren in Mund, Lunge, Darm, Pankreas u.a.

Hinweise über einen Zusammenhang zwischen Ernährung und einzelnen Krebsarten hat vor allem die epidemiologische Forschung ergeben. Wiederholt konnte nachgewiesen werden, dass ein überdurchschnittlicher Verzehr von Gemüse und Obst vor einer ganzen Reihe von Krebsarten, insbesondere von Lunge, Mund und Rachen, Kolon und Rektum sowie Pankreas, schützt.

Der World Cancer Research Fund (WCRF), eine internationale Organisation, die ihre Arbeit ausschließlich der Krebsprävention durch gesunde Ernährung und gesunden Lebensstil widmet, hat sich u.a. die Aufgabe gestellt, weltweit wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zusammenhang von Ernährung und Krebs zu verbreiten. Sie bewertet den Einfluss von Ernährungsfaktoren auf die Risikosenkung bzw. Risikoerhöhung einzelner Krebsarten in den drei Kategorien „möglich“, „wahrscheinlich“ und „überzeugend“ wie folgt:

Bauchspeicheldrüse: Risikosenkend sind Gemüse und Obst (wahrscheinlich), Vitamin C in Lebensmitteln und Ballaststoffe (möglich). Risikoerhöhend wirken Rauchen (überzeugend) sowie Cholesterin und Fleisch (möglich). Das in Studien errechnete durchschnittliche relative Risiko ergab für einen geringen Konsum von Früchten und Gemüse eine fast dreifache Risikoerhöhung. Nach Einschätzung eines Wissenschaftlergremiums des WCRF wären von den 1997 in Deutschland aufgetretenen rund 10.100 Fällen von Bauchspeicheldrüsenkrebs etwas 3333 durch die von Experten empfohlene Ernährungsweise vermeidbar gewesen.

Harnblase: Risikosenkend sind Gemüse und Obst (wahrscheinlich), risikoerhöhend Rauchen (überzeugend) und Kaffee.

Brustdrüse: Risikosenkend sind Gemüse und Obst (wahrscheinlich) sowie Carotinoide in Lebensmitteln und Ballaststoffe (möglich), risikoerhöhend Alkohol und Fettleibigkeit (wahrscheinlich) sowie Fleisch, Gesamtfett, gesättigte Fettsäuren und tierische Fette (möglich). Das Robert-Koch-Institut und der WCRF schätzen, dass von den etwa 45.800 Brustkrebsfällen 1997 durch Einhaltung der empfohlenen Ernährungsweise ungefähr 15.114 Fälle vermeidbar gewesen wären (nur bei Frauen). Die These von der Entstehung von Brustkrebs durch zu hohe Fettaufnahme ist in der Wissenschaft allerdings umstritten.

Dickdarm: Risikosenkend sind Gemüse (überzeugend) und Carotinoide in Lebensmitteln, Stärke und Ballaststoffe (möglich), risikoerhöhend Alkohol und Fleisch (wahrscheinlich) sowie Eier, Gesamtfett, gesättigte Fettsäuren, tierische Fette, Zucker, Fettleibigkeit sowie Grillen und Braten (möglich). Vor allem die Essgewohnheiten im Kindes- und Jugendalter scheinen langfristig das Risiko einer Darmkrebserkrankung zu erhöhen. 1997 gab es in Deutschland ca. 51.700 Fälle von Dickdarmkrebs. Davon wären nach Schätzungen von WCRF-Wissenschaftlern etwa 34.122 (!) bei Einhaltung der empfohlenen Ernährungsweise vermeidbar gewesen.

Eierstöcke: Risikosenkend sind Obst und Gemüse (möglich).

Gallenblase: Risikoerhöhend ist Fettleibigkeit (möglich).

Gebärmutter: Risikosenkend sind Gemüse und Obst (möglich), risikoerhöhend Fettleibigkeit (überzeugend) und gesättigte Fettsäuren (möglich).

Gebärmutterhals: Risikosenkend sind Obst, Gemüse, Carotinoide in Lebensmitteln und Vitamin C in Lebensmitteln (möglich), risikoerhöhend Rauchen (überzeugend).

Kehlkopf: Risikosenkend wirken Gemüse und Obst (wahrscheinlich), risikoerhöhend Rauchen und Alkohol (überzeugend). Bei Beachtung der richtigen Ernährungsweise wären Schätzungen des WCRF zufolge ca. 1.089 der rund 3.300 Krebsfälle in Deutschland im Jahr 1997 vermeidbar gewesen.

Leber: Risikosenkend wirkt Gemüse (möglich), risikoerhöhend Alkohol (überzeugend) und eine Kontamination mit Aflatoxinen, den krebserregenden Stoffwechselprodukten mancher Schimmelpilze (wahrscheinlich).

Lunge: Risikosenkend sind Gemüse und Obst (überzeugend), Carotinoide in Lebensmitteln (wahrscheinlich) und Vitamin C in Lebensmitteln sowie das Spurenelement Selen in Lebensmitteln (möglich). Risikoerhöhend sind Rauchen (überzeugend) sowie Alkohol, Gesamtfett, gesättigte Fettsäuren, tierische Fette und Cholesterin (möglich). Europäische Wissenschaftler unter Federführung des französischen IACR (International Agency for Research on Cancer) in Lyon fanden in einer Studie, dass vor allem Tomaten, Salat, Karotten und Käse das Lungenkrebsrisiko bei Nichtrauchern verringern. WCRF-Wissenschaftler schätzen, dass von den rund 37.100 Lungenkrebsfällen 1997 in Deutschland 7.420 vermieden worden wären, wenn sich die Betroffenen an die von den Fachleuten empfohlene Ernährungsweise gehalten hätten.

Magen: Risikosenkend wirken Gemüse, Obst und die Kühllagerung von Lebensmitteln (überzeugend), Vitamin C in Lebensmitteln (wahrscheinlich) und Carotinoide in Lebensmitteln, Getreide/Getreideprodukte als Vollkorn und grüner Tee (möglich). Risikoerhöhend sind Salz und Salzkonservierung (wahrscheinlich) sowie Garmethoden wie Grillen und Braten (möglich). Magenkrebs ist in den letzten 20 Jahren stark rückläufig. Mögliche Gründe dafür sind eine höhere Lebensmittelqualität, veränderte Essgewohnheiten, bessere Kühlung der Lebensmittel durch die gestiegene Verbreitung von Kühlschränken und moderne Konservierungsmethoden, die den Verzehr geräucherter und stark gesalzener Speisen deutlich reduziert haben. Dennoch hätten nach Ansicht des WCRF von den etwa 18.000 Krebsfällen in Deutschland 1997 rund 11.880 (!) vermieden werden können, wenn die empfohlene Ernährungsweise eingehalten worden wäre. Gefahrenquellen sind Nitrataufnahme mit der Nahrung und bestehende Ernährungsgewohnheiten bei Menschen, die sich z.B. sehr ballaststoffarm ernähren und vermehrt Alkohol, Nikotin und zu heiße Speisen zu sich nehmen.

Mundhöhle und Rachen: Risikosenkend sind Gemüse und Obst (überzeugend) sowie Vitamin C in Lebensmitteln (möglich), risikoerhöhend Rauchen und Alkohol (überzeugend). Der WCRF schätzt, dass von den etwa 9.700 im Jahr 1997 in Deutschland an dieser Krebsform erkrankten Personen ungefähr 3.201 noch leben könnten, wenn sie sich an die empfohlene Ernährungsweise gehalten hätten.

Nasenrachenraum: Risikoerhöhend sind Salz- und Salzkonservierung wie in Salz eingelegter Fisch (überzeugend) sowie Rauchen (möglich).

Niere: Risikomindernd wirkt Gemüse (möglich), risikoerhöhend sind Fettleibigkeit (wahrscheinlich) sowie Fleisch, Milch und Milchprodukte sowie Rauchen (möglich). 1997 gab es in Deutschland 12.100 Fälle von Nierenkrebs. Hier vermutet der WCRF, dass davon 3.025 Fälle durch Einhaltung der empfohlenen Ernährungsweise hätten vermieden werden können.

Prostata: Als risikosenkend gilt Gemüse (möglich). Risikoerhöhend sind Fleisch, Gesamtfett, gesättigte Fettsäuren und tierische Fette sowie Milch- und Milchprodukte (möglich). Durch die richtige Ernährungsweise hätten nach Ansicht des WCRF 1997 in Deutschland etwa 2.780 dieser insgesamt rund 27.800 Krebsfälle vermieden werden können.

Schilddrüse: Risikosenkend sind Obst und Gemüse (möglich), risikoerhöhend der Mineralstoff Jod in Lebensmitteln (möglich).

Speiseröhre: Risikosenkend wirken Gemüse und Obst(überzeugend) sowie Carotinoide und Vitamin C in Lebensmitteln (möglich). Risikoerhöhend sind Rauchen und Alkohol (überzeugend).

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft

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