Darmkrebs-Vorsorge: was kann ich tun ?

Für Darmkrebs gibt es nicht nur ein hoch effektives Vorsorge- und Früherkennungsprogramm. Auch jeder einzelne kann in erheblichem Ausmaß durch seine Lebensführung viel zur Vermeidung beitragen. Stellen Sie sich deshalb die Frage: WAS KANN ICH TUN ? 
3 Punkte-Plan zur Vermeidung von Darmkrebs

Einen absolut sicheren Schutz gibt es auch bei Darmkrebs nicht. Jeder hat es aber in der Hand, sein Darmkrebsrisiko entscheidend zu senken:

1. Achten Sie auf die richtige Ernährung!
Ballaststoffreich, wenig rotes Fleisch, fettarm, regelmäßig und reichlich Obst und Gemüse, am besten fünf mal täglich jeweils "eine Hand voll" . Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an. Dadurch bleiben Schadstoffe kürzer im Darm und haben weniger Zeit, negativ auf die Darmwand einzuwirken. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind z.B. Getreide/Getreideprodukte (z. B. Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis), Obst und Gemüse. Wie wichtig richtige Ernährung ist, geht schon allein aus der Größe der Darmoberfläche hervor (die Abbildung rechts zeigt die mittlere Größe der Darmoberfläche im Vergleich zu Lunge und Haut). Neueste Daten aus der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) bestätigen die risikosenkende Wirkung einer ballaststoffreichen Ernährung: die Erhöhung der Ballaststoffzufuhr von 15 g auf 35 g pro Tag und Person senkt das Erkrankungsrisiko um 40%. (Lancet 2003; 361: 1496-1501)

2. Sorgen Sie dafür, daß Ihr Lebensstil stimmt:

  • Treiben Sie Sport: 4-5 mal in der Woche mindestens 30-45 Minuten. Studienergebnisse zeigen ein deutlich verringertes Risiko (33-50%) für Darmkrebs bei körperlich sehr aktiven Personen. Bei Personen, die ihr ganzes Leben über regelmäßig viel Sport getrieben haben, ist das Risiko sogar bis zu 63% geringer als bei körperlich inaktiven Kontrollgruppen. Im Durchschnitt haben Sie ein ca. 40% geringeres Krebsrisiko durch vermehrte körperliche Aktivität. Wenn Sie sich bewegen, wird nämlich unter anderem ebenfalls die Darmtätigkeit angeregt.
  • Rauchen Sie nicht:Tabakrauch enthält giftige Nitrosamine. Diese krebserregende Substanz kann das Erbgut der Zellen schädigen und diese entarten lassen (über diverse Zwischenstufen bis hin zu bösartigen Tumoren).
  • Vermeiden Sie übermässigen Alkoholkonsum. Auch Alkohol ist krebsverdächtig. Alkoholmißbrauch verstärkt die Wirkung von Tabakrauch und erhöht das Krebsrisiko auf das 20-40fache.
  • Vermeiden Sie Übergewicht. Epidemiologische Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Entstehung von bösartigen Tumoren einschließlich Darmkrebs und Übergewicht.

3. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, sondern nehmen Sie unbedingt an den Vorsorgeuntersuchungen teil:

  • ab 50 jährlich den Test auf verborgenes, nicht sichtbares Blut im Stuhl (Okkultbluttest oder Stuhlbluttest).
  • Nach Ihrem 55. Geburtstag eine Darmspiegelung oder Koloskopie, etwa 10 Jahre später eine Wiederholung. Falls Sie die Koloskopie nicht wahrnehmen, können Sie alle zwei Jahre ein Okkultbluttest durchführen (diese Tests sind bei Inanspruchnahme der Darmspiegelung nicht mehr erforderlich und werden dementsprechend auch nicht erstattet).Sie haben seit Oktober 2002 Anspruch auf diese Untersuchungen, die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.
  • Im Falle eines Verdachtes auf Darmkrebs (z.B. positiver Stuhlbluttest) oder einer familiären Belastung muß eine Darmspiegelung auch vor dem 55. Geburtstag durchgeführt und evtl. früher als nach 10 Jahren wiederholt werden. Diese Darmspiegelungen werden ebenfalls von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

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