Darmkrebs-Prävention rechnet sich !

Jeder Euro, der in die Darmkrebsprävention investiert wird, ergibt eine Einsparung von mindestens 3,50 Euro, tatsächlich vermutlich eher mehr, meint Dr. Dirk Wuppermann von der Stiftung LebensBlicke unter Bezug auf ein Gutachten des renommierten Gesundheitsökonomen Prof. Günter Neubauer.

Nach den Berechnungen von Prof. Neubauer verursacht die Früherkennung durch zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren bezogen auf 10.000 Versicherte Kosten von rund 3,4 Millionen Euro. Dem stehen allein 11,3 Millionen Euro eingesparte Therapiekosten gegenüber, wenn man sehr vorsichtig unterstellt, dass durch diese Vorgehensweise die Hälfte der Darmkrebsfälle verhindert werden kann.

"Der Befund ist eindeutig: Die Darmkrebsprävention ist aus dem Blickwinkel des Kostenträgers Krankenkasse wirtschaftlich vorteilhaft", kommentiert Dr. Wuppermann in der Fachzeitschrift "BVGD-Info". Umso bedauerlicher sei es, dass die Darmkrebsvorsorge nur sehr zögerlich in Anspruch genommen werde. In den drei Jahren von 2003 bis 2005 haben nach seinen Angaben etwa 1,7 Millionen von den über 22 Millionen anspruchsberechtigten GKV- Versicherten ab 55 Jahren eine Darmspiegelung durchführen lassen.

"Deutschland hat seit fünf Jahren ein sehr fortschrittliches Darmkrebspräventionsprogramm und schneidet dennoch", so Dr. Wuppermann, "bezüglich Morbidität und Mortalität im Vergleich mit den meisten anderen, auch europäischen Ländern ungünstig ab. Daraus ist zu schließen, dass wir in der Darmkrebsprophylaxe mutig nach neuen Wegen suchen müssen."

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