Spezielle Funktions-Diagnostik (H2-Atemteste)

Nahrungsunverträglichkeiten sind im Rahmen der Abklärung von Bauchbeschwerden ein häufiges Diskussionsthema, darüber hinaus gibt es auch selten richtige Allergien, die dann ggfs. bei hartem Verdacht auch noch allergologisch abgeklärt werden müssen. Unter Unverträglichkeiten fallen aber häufig Krankheitsbilder wie die Milchzucker- (Laktose-) intoleranz, oder auch Störungen durch andere  Zucker oder Zucker-Austauschstoffe. Vieles davon kann einfach abgeklärt werden durch den Einsatz des H2-Atemtestverfahrens.

H2-Atemteste

Um die oben bereits angesprochenen Störungen mit hoher Sicherheit nachzuweisen oder auszuschließen, gibt es diese Testverfahren. Sie beruhen immer auf dem gleichen Testprinzip. Im Normalfall werden die getesteten (als Störquelle angeschuldigten) Zuckerarten oder Zucker-ähnlichen Stoffe bei normal ablaufender Verdauung unkompliziert von den Verdauungsfermenten aufbereitet und dann in den Körper aufgenommen. Besteht eine Störung, gelangen diese Stoffe in höherer Konzentration in tiefere Darmabschnitte, so werden sie dort von Bakterien zerlegt. Dabei entstehen andere Teilprodukte als bei der normalen Verdauung. Daraus resultieren einerseits die Beschwerden, resp. eine vermehrte Gasbildung (s.a. Blähsucht unter FAQ), andererseits macht man sich eine vermehrte Bildung von Wasserstoff für den Nachweis der Störung zunutze. Der gebildete Wasserstoff wird via Blutkreislauf in die Lunge transportiert, dort abgeatmet und mit speziellen Geräten dann in der Atemluft gemessen. Bei etwa 5 % der Menschen funktioniert das allerdings so nicht, sie sind so genannte "H2-Non producer", dann ist der Test schlecht verwertbar.

P.S.: falls bei Ihnen keine Kohlehydratunverträglichkeit nachgewiesen werden kann, aber Durchfall und Blähungen auch nach kompletter Abklärungsdiagnostik unerklärt bleiben, könnte evtl. auch noch eine Histaminintoleranz vorliegen.

Testablauf:

Standardisiert ist der Beginn morgens/vormittags im Nüchternzustand (nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen, Zähneputzen erlaubt).
Blasen in das Mess-Gerät am Anfang als Nullwert. Trinken der Testlösung, z.B. Laktose. Anschliessend wiederholtes Blasen alle 20 min und Bestimmen eines Messwertes, der dann aufgezeichnet wird. Um eine optimale Aussage treffen zu können, muss über mindestens 2 Stunden gemessen werden. Entscheidend sind die im Verlauf auftretenden Messwertdifferenzen, ein relevanter Anstieg, nicht die Absolutwerte. Die gesamte Testdauer ist somit auf ca. 2-3 Stunden anzusetzen.
Es setzt Ihre Anwesenheit in der Praxis voraus, ist aber nicht belastend. Der Vorteil dieser Methodik besteht insb. darin, dass eine zuverlässige objektive Aussage parallel zur subjektiven Wahrnehmung zu Beschwerden möglich ist, und damit eine exaktere Zuordnung.

Testvorbereitungen / Ernährungsempfehlungen:

Durch den Abbau von Kohlenhydraten im Darm wird Wasserstoff (H2) freigesetzt, der durch die Ausatmungsluft gemessen werden kann.Zur Vorbereitung dieser Untersuchung ist es empfehlenswert, ca. 3 Tage vor der Untersuchung die Ernährung etwas umzustellen.

  • 12 Stunden vor der Untersuchung keine Nahrung mehr zu sich nehmen
  • bis 24 Uhr erlaubt: ungesüsster Tee und Mineralwasser
  • 8 Stunden vorher kein Nikotinkonsum
  • am Vorabend keinen oder nur sehr geringen (!) Alkoholgenuss.
  • Keine Nahrungsmittel mit hohem Ballastanteil (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Kartoffeln, Bohnen, Linsen, Mais z.B.) essen.
  • Wenig Obst, pure Fruchtsäfte und Limonaden
  • Keine Süssigkeiten
  • Keine quellenden Abführmittel
  • Erlaubt sind: Fleisch, Fisch, Reis, Weißbrot und Käse
  • Nach Antibiotikaeinnahme ist der Test frühestens nach 4 Tagen möglich
  • Keine schweren körperlichen Aktivitäten 2 Stunden vor dem Test
  • Nach einer Darmspiegelung sind H2 Atemteste zwar möglich, es sollte aber möglichst ein längerer Zeitabstand eingehalten werden (bis zu 4 Tagen)

Noch detailliertere Informationen können Sie hier einsehen und auch downloaden.

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Am häufigsten wird dieses Testverfahren eingesetzt zur Klärung einer
Laktoseintoleranz (Milchzucker)
Fruktose-Fehlverwertung (Fruchtzucker)
bakteriellen Fehlbesiedlung (Testung mit Glukose)
Fehlverwertung von Zuckeraustausch-Stoffen wie Sorbit, Xylit und andere

Weitere Informationen zur häufigen Laktose- (und Fruktose) -Problematik können Sie unter FAQ nachlesen !

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