Polypen und Polypabtragung (I.1)

Polypen der Darmschleimhaut, die fast in 90 % aus dem sogenannten Adenomgewebe (Polypen = Adenome) bestehen, stellen gutartige Geschwulstbildungen dar, die sich aus gesunder Darmschleimhaut entwickeln können. Fast 30 % der Bevölkerung entwickeln solche mit zunehmendem Alter. Durch weitere Veränderungen in diesem bereits schnell wachsenden Gewebe, kann dieses bösartig entarten, also sich zu Darmkrebs weiter entwickeln. Diese potentielle Krebsentstehung kann durch die Entfernung unterbunden werden (also echte Vorsorge). 

Adenom Varia
Abtragung
Abtragungsstelle
Adenom Varia
Abtragung
Clippen
Adenom Varia

Polypen oder, fachlich exakter, Adenome sind gutartige Schleimhaut-Neubildungen, die im gesamten Verdauungstrakt vorkommen können. Aufgrund ihrer Häufung im Mastdarm und im Dickdarm und dem relativ hohen Risiko bösartig zu entarten, d.h. zum Darmkrebs zu werden, kommt ihnen in dem Bemühen um Krebsvermeidung und Gesundheitsvorsorge eine besondere, und mit dem Alter zunehmende Bedeutung zu. Um Ihnen als Laien eine Vorstellung davon zu geben, wie solche Polypen aussehen können, stellen Sie sich einfach vor, ihre Tischdecke sei die Schleimhaut. Darauf legen Sie eine kleine Himbeere, oder stellen einen kleinen Champignon darauf, und schon haben Sie eine plastische Vorstellung. Um diese Polypen nun zu entfernen, müssen sie komplett abgetragen werden. Um das zu erreichen wird eine Drahtschlinge darüber gelegt, diese dann zugezogen bis er eingeklemmt ist. Abschließend wird die Gewebebasis über den Draht mittels Hochfrequenzstrom gleichzeitig abgeschnitten und das Gewebe verschorft und kleine Blutgefässe versiegelt. Gleichzeitig ergeben sich hieraus auch die Restrisiken dieser sehr eleganten Methode: es kann sehr selten zu einer Darmwandverletzung, einer sogenannten Perforation kommen, meist durch die Strommarke. Dies kann im Einzelfall, bei vollständiger Wandverletzung, einen chirurgischen Baucheingriff nach sich ziehen. Die beschriebene Prozedur erfolgt über den Arbeitskanal des Endoskops und führt zu keiner zusätzlichen Belastung. Insbesondere dann nicht, wenn zufällig gefundene Polypen sofort bei der Koloskopie abgetragen werden, so dass keine weitere Belastung durch eine Zweit-Endoskopie entsteht.

Alle mit der Schlinge abgetragenen Polypen / Adenome werden geborgen und einer feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop unterzogen. Hierzu wird das Gewebe von einem Spezialisten, einem Facharzt für Pathologie genauestens untersucht. Seine Stellungnahme, der histologische Befund, enthält alle Angaben zu Gewebeart, Bösartigkeit, Vollständigkeit der Entfernung, und Vieles mehr.

Begriffs-Definition
Polypen: Kolorektale (= Dick- + Mast-Darm-) Polypen: Schleimhautvorwölbungen in die Lichtung eines Hohlorgans ungeachtet ihres feingeweblichen Aufbaus oder ihrer Dignität (gut- oder bösartig).
Adenome: Mehr als 99 % der gutartigen kolorektalen Polypen sind von typischem epithelialem Ursprung, gehen also von der Schleimhaut des Darms aus (Adenome) und können in unterschiedlichem Maß entarten. Sie bilden die Grundlage und Ausgangsbasis für die größte Zahl von Krebsbildungen.

Möglicherweise auslösend für die Durchführung, oder Ergebnisse einer Dickdarm-Untersuchung mit Polypabtragung sind bei Ihnen (Verdachts-) Diagnosen wie Bauchschmerzen, Durchfall (Diarrhoe), Blähungen (Meteorismus), Darmentzündung (Colitis), Divertikulitis, vor-bekannte Polypen (Adenome), positiver Hämocculttest, Dickdarmkrebs (Kolon-Karzinom).

Welche Vorbereitungen sind nötig ?

Sie sollten natürlich am Untersuchungstag nüchtern sein. Die Vorbereitungen sind ansonsten die gleichen, wie sie für die endoskopische Untersuchung gefordert werden, also in den meisten Fällen die bereits beschriebene Koloskopie-Vorbereitung. Darüber hinaus ist hierfür eine Kenntnis Ihrer Blutgerinnungssituation notwendig, sowie deren Optimierung. D.h., dass Sie alle Medikamente zur Beeinflussung oder Verminderung der Blutgerinnung mindestens 5, evtl. mehr Tage vor Ihrem Untersuchungstermin absetzen müssen. Nach einer Polypektomie (Polypenabtragung) sollte die entsprechende Medikation auch erst wieder nach 7 - 10 Tagen aufgenommen werden.

Aber: sofern spezielle Herz-Kreislauf-Risiken bestehen, die es unbedingt erforderlich machen, dass Sie spezielle Blutgerinnungs-hemmende Medikamente kontinuierlich einnehmen, z.B. ein Herzklappenersatz oder eine erst kürzlich erfolgte Einlage eines Stents in die Herzkranzgefässe, bedarf es einer Risiko-Abwägung und evtl. spezieller Schutzmassnahmen, die vorher nochmals abgesprochen werden sollten.

Ergänzend zu dieser Information können Sie sich auch gleich das in unserer Praxis übliche Aufklärungs- / Einverständnisformular ansehen, bzw. auch ausdrucken, und dies dann gleich zu Ihrem Termin mitbringen. Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen haben, sprechen Sie mit uns.

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