Enddarmkrankheiten (keine Chirurgie)

Vergrößerte Hämorrhoiden ohne Symptomatik sind nicht zwangsläufig therapierpflichtig. Sie führen aber oft zu verschiedenen (Folge-) Beschwerden und Folge-Problemen, auch Blutungen und Kontinenzstörungen, so dass ein zentrales Behandlungsprinzip immer die Verbesserung der Hämorrhoidensituation darstellt. Ca. 90 % aller Störungen und Probleme sind ohne Operation behandelbar. Typische ursächliche (kausale) Behandlungsmethoden sind die Sklerotherapie und die Gummibandligatur. Beide sind ambulant durchführbar und werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Wie werden Hämorrhoiden behandelt ?

Im Anfangsstdium kann die Anwendung von Salben, Cremes, Pasten, Zäpfchen, Analtampons und Lotionen helfen, die beschwerden zu lindern. Die Beschwerden können mit diesen Medikamenten jedoch nur kurzzeitig gelindert werden. Das Hämorrhoidalleiden selbst schreitet weiter fort.

Die Sklerotherapie (Verödung)

Sie ist eine sichere und bei leichter Vergrößerung auch wirksame Behandlung.

Über ein Proktoskop mit Öffnung spritzt man eine Flüssigkeit (Sklerosierungsmittel; ich benutze 10 %-iges Polidocanol) unter die Schleimhaut der Hämorrhoiden oder in die Umgebung der versorgenden Blutgefässe. Dieses Sklerosierungsmittel führt zu einer gewünschten Reaktion des Gewebes mit nachfolgender Schrumpfung der Hämorrhoiden-Polster, sowie einer Fixierung des hämorrhoidalen Gewebes am Untergrund. Dadurch schwinden Ihre Beschwerden. Allerdings lassen sich größere - große Hämorrhoidenpolster damit nicht ausreichend behandeln.

Die Gummibandligatur

Bei der Gummibandligatur (für die wir nur Latex-freies Material verwenden), werden die Hämorrhoiden, bzw. Teile davon, mit einer speziellen Zange (oder einem Sauginstrument) erfasst und mit einem Gummiring abgebunden. Dadurch wird die Blutzufuhr in diesen Teilen unterbunden und das abgeschnürte Gewebe stirbt ab. Das tote Gewebe fällt nach etwa 4- 10 Tagen ab und wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Die verbleibende Wunde heilt langsam zu, meist benötigt dies ca. 3 Wochen.

Um einen möglichst optimalen Endzustand zu erreichen, sind regelhaft 2, manchmal aber auch 3 - 5 Behandlungszyklen erforderlich. Dies hängt vom Ausprägungsgrad des Ausgangsbefundes ab.

Die Operation

Wenn Sie frühzeitig zum Arzt gehen, können Sie in den meisten Fällen eine Operation vermeiden. In stark fortgeschrittenen Fällen müssen die vergrößerten Hämnorrhoiden jedoch unter Narkose operativ entfernt werden. Wegen der höheren Komplikationsrate und der notwendigen Schmerz- und Wundbehandlung muss sehr genau abgewogen werden, ob die Hämorrhoiden-OP ambulant oder eher stationär durchgeführt werden kann. Die Arbeitsunfähigkeit nach der Operation kann mehrere Wochen dauern.

Möchten Sie noch mehr Informationen zu Enddarmerkrankungen, dann lesen Sie unter FAQ weiter, weitere Fragen und Antworten finden Sie ebenfalls dort eingeordnet.  

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