Qualitätsoffensive in Baden-Württemberg (05.09.2010)

Gastroenterologen-Vertrag nach § 73c.
Der Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen (bng), der MEDI-Verbund und die AOK in Baden-Württemberg haben einen wegweisenden Vertrag unterschrieben, der eine hochwertige Versorgung von schwer und chronisch erkrankten Menschen in einem angemessenen Finanzierungsrahmen sicher stellt.

"Das jetzt erzielte Ergebnis kann sich sehen lassen", betont der bng-Regionalvertreter Dr. Jürgen Merkt. "Für alle in das Facharztprogramm eingeschriebenen AOK-Mitglieder konnte strukturell und finanziell ein großer Erfolg erzielt werden. Wir setzen darauf, dass sich weitere Krankenkassen im gesamten Bundesgebiet von diesem Modell überzeugen lassen."

Der Vertrag sieht vor, dass spezialisierte gastroenterologische Leistungen wie Magen- und Darmspiegelung ab dem 1.1.2011 zu einem fest vereinbarten Preis außerhalb der üblichen unterfinanzierten Vergütung honoriert werden. Dasselbe gilt für den Bereich der Proktologie und für das ärztliche Gespräch mit chronisch erkrankten Patienten. Die niedergelassenen Fachärzte garantieren im Gegenzug eine hohe Qualität der medizinischen Leistung und Versorgungspräsens.

Die Vereinbarung erfolgte im Rahmen der politisch gewollten Förderung der Qualität in der ambulanten Versorgung, wie sie im § 73c SGB V festgeschrieben ist. Im Fokus stehen dabei chronisch kranke Menschen, die beispielsweise unter Morbus Crohn oder chronischer Hepatitis oder an Magen-Darmkrebs leiden.

"Profiteur der neuen Vereinbarung sind die eingeschriebenen Patienten", so Dr. Merkt, "für die eine wohnortnahe, ambulante Betreuung zukunftssicher und dauerhaft erhalten werden kann“. Die Aufwertung der Gesprächsleistung zeigt darüber hinaus, wie den besonderen Bedürfnissen dieser Patienten Rechnung getragen werden kann."

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