Nur die Darmspiegelung schützt vor Darmkrebs (23.09.2010)

Jährlich sterben rund 26.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, 73.000 Menschen erkranken im selben Zeitraum neu an dieser bösartigen Tumorform. Vorsorge und Früherkennung heißt die Strategie gegen diese harten Fakten. Die Koloskopie im Rahmen des Darmkrebs-Screenings bietet zuverlässigen Schutz.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung rapide an. "Wir wissen aus zahlreichen Erhebungen, dass in dieser Altersgruppe trotz Beschwerdefreiheit rund ein Prozent der Menschen bereits an Krebs erkrankt ist", erklärt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Bei sechs bis acht Prozent dieser Menschen werden große Polypen auf der Darmschleimhaut gefunden, die als potenzielle Krebsvorstufen einzuschätzen sind. Die Darmspiegelung ermöglicht es, alle diese Schleimhautveränderungen nahezu risikofrei abzutragen und so einer Krebsentstehung vorzubeugen."

Seit 2002 steht jedem gesetzlich Versicherten ab dem 55. Lebensjahr eine präventive Darmspiegelung zu, die bei unauffälligem Erstbefund nach zehn Jahren wiederholt werden kann. Trotzdem nutzen nur etwa zwei bis drei Prozent der Anspruchsberechtigten diese Chance. Obwohl die Information über Darmkrebs inzwischen in der Bevölkerung angekommen ist, stellen sich immer noch viele auf den riskanten Standpunkt, dass sie das Problem nicht betreffe. Dabei spielt die unbegründete Angst vor der Untersuchung und der Diagnose Krebs ebenso eine Rolle wie die falsche Annahme, dass ohne Symptome kein Krebs vorhanden sein könne.

"Nur eine vorsorgliche Darmspiegelung gibt Sicherheit, frei von einer der verbreitesten Krebsarten zu sein", so Dr. Theilmeier. "Wenn die Darmspiegelung ohne Befund bleibt, braucht man sich für die folgenden zehn Jahre keine Sorgen zu machen."

Zur Übersicht "Aktuelles"