M2PK-Stuhltest: Keine Alternative zur Koloskopie (14.09.2009)

Arbeitsmedizinischen Zentren und Arbeitsmedizinern wird zurzeit ein vom Hersteller als hochsensitiv bezeichneter Test zur Erkennung von Darmpolypen und Darmtumoren angepriesen. Dieser Test ist wegen seiner unzureichenden Sensitivität und Spezifität jedoch aus bng-Sicht zur Darmkrebsvorsorge völlig ungeeignet.

Das Enzym M2 Pyruvatkinase spielt im Stoffwechsel von Krebszellen eine wichtige Rolle. Es wird auch von Tumorzellen im Darm freigesetzt und kann im Stuhl mit dem M2PK-Test nachgewiesen werden. Alle vorliegenden, größeren Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Spezifität dieses Testes nicht ausreichend ist und zu viele falsch positive Ergebnisse auftreten. Völlig unnötige Verunsicherung der Patienten ist vielfach die Folge.

Keiner der führenden Darmkrebsexperten in Deutschland gibt eine Empfehlung für das Verfahren. In den maßgeblichen Leitlinien zum Dickdarmkrebs-Screening wird der Test mit keinem Wort erwähnt. "Der M2PK-Stuhltest ist wegen mangelnder Sensitivität keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen", so Dr. Dietrich Hüppe vom bng-Vorstand. "Es handelt es sich um eine IGEL-Leistung ohne diagnostische Sicherheit." Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) rät deshalb von der Verwendung dringend ab.

"Der Anspruch eines Tests zur Darmkrebs-Vorsorge sollte sein, auch die Vorläufer einer Krebserkrankung zu entdecken", betonen Dr. Andreas Leodolter und Prof. Dr. Joachim Labenz vom Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen in einer aktuellen Stellungnahme zum M2PK-Stuhltest. "Beim Dickdarm sind die Vorläufer Polypen, die bei einer Dickdarmspiegelung entfernt werden können. Die Dickdarmspiegelung", so heißt es weiter, "ist sicher die effektivste Methode zur Früherkennung des Dickdarmkrebs und die einzige Methode, mit der durch Entfernung von Polypen Krebs sogar verhindert werden kann."

"Darmkrebsvorsorge ist ein Anliegen, dessen sich der bng sehr intensiv annimmt. Wir niedergelassenen Gastroenterologen sind die Spezialisten auf diesem Gebiet. Deshalb haben wir auch mit großem Aufwand die Vorsorgekampagne "Ich geh da hin" initiiert, mit der wir uns an alle Menschen der Zielgruppe ab 55 wenden, die Angebote zur Darmkrebsvorsorge wahrzu- nehmen", erklärt Dr. Franz Josef Heil vom bng-Vorstand. "Jeder gesetzlich Krankenversicherte hat nach dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre Anspruch auf eine Vorsorge-Koloskopie, die effektivste Methode zur Verhinderung von Darmkrebs."

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