Hepatitis C: Herkunft entdeckt, Impfstoff in Sicht?

Neue evolutionsbiologische Studien geben Hinweise, dass Hepatitis C Viren ursprünglich aus Nagetieren und Fledermäusen stammen. Mit diesen Erkenntnissen verbindet sich die Hoffnung, nun Tiermodelle für die Entwicklung von Impfstoffen etablieren zu können. „Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg“, betont Dr. Stefan Mauss von Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). 

Hepatitis C-Viren werden vor allem durch Blutkontakt übertragen, also bei Drogenkonsum, Bluttransfusionen oder bei beruflichem Umgang mit infiziertem Blut. Trotz jahrelanger Bemühungen steht bis heute kein Impfstoff zur Verfügung. Zuletzt gab es vor anderthalb Jahren Berichte über Vakzine, die in ersten klinischen Studien vielversprechende Ergebnisse zeigten. Die Klärung, ob der Impfstoff tatsächlich zu einer effektiven Immunisierung führt, dauert aber noch an und wird noch Jahre auf sich warten lassen.

Das Hepatitis C-Virus verursacht akute oder chronische Entzündungen der Leber, die schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben können. Die chronische Infektion führt bei etwa 20 Prozent der Betroffenen über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren zur Leberzirrhose. Die Leberzirrhose mündet regelhaft in Leberfunktionsstörung, Leberversagen, Blutungen in der Speiseröhre, bakteriellen Bauchfellentzündungen sowie Leberkrebs.

„Hepatitis C ist eine schwerwiegende Erkrankung“, betont Dr. Mauss. Dennoch sind viele Betroffene ahnungslos und wissen nicht, dass sie infiziert sind. „Rechtzeitig erkannt, kann die Hepatitis C behandelt und ihrem Verlauf kontrolliert werden“, so der Leberexperte. Wegen der zunächst oft geringen Symptome von Leberkrankheiten sollte ein Leber-Check genauso selbstverständlich zur Vorsorge gehören wie andere Gesundheitschecks auch.