
Optimale Versorgung für chronisch Kranke (04.05.2009)
Der im Zuge der Gesundheitsreform umstrukturierte Risikostrukturausgleich zwischen den Krankenkassen zwingt die Versicherer zu einer deutlich stärkeren Orientierung am kranken Patienten. Insbesondere chronisch kranke Menschen z.B. mit Darm- oder Leberleiden rücken damit in den Fokus der Versorgung.
Chronische Krankheiten können nicht geheilt werden, weil keine ursächlichen Therapien verfügbar sind.
Die betroffenen Patienten sind zum Teil erheblich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und bedürfen
einer intensiven medizinischen Betreuung, um den Krankheitsverlauf unter Kontrolle zu halten. Das gilt
für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ebenso wie für Reflux-Patienten.
Insbesondere bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen drohen bei unzureichender Behandlung
lebensbedrohliche Verläufe.
"Der Facharzt für Verdauungskrankheiten ist der Dreh- und Angelpunkt für die qualitativ hochwertige,
wohnortnahe Versorgung dieser Patienten", erklärt Prof. Dr. Birgit Kallinowski, die Sprecherin des
Berufsverbandes Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng). Der Verband engagiert sich
seit Jahren für die Optimierung von Versorgungsangeboten. Dazu gehören neben dem
Qualitätsmanagement für die Praxen und der Zertifizierung von Schwerpunktpraxen, die maßgebliche
Mitarbeit an zertifizierten Behandlungen z.B. für chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder den
Empfehlungen zur Behandlung der chronischen Hepatits C. Dazu gehören auch die Organisation von
Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen und die Teilnahme an Studien zur Versorgungsforschung sowie
an klinischen Studien.
"Ohne Zweifel garantiert das Kollektivvertragssystem den Ärzten eine große Sicherheit und wir
Gastroenterologen sollten dies nicht ohne Not aufgeben", erklärt der bng-Vorsitzende Dr. Dietrich Hüppe.
"Zum jetzigen Zeitpunkt werden qualitativ hochwertige Versorgungsleistungen für chronisch kranke
Menschen in diesem System überhaupt nicht entgolten! Für eine pauschale Vergütung von rund 25 bis
30 Euro pro Quartal (Regelleistungsvolumen!) können aufwendige virostatische oder immunsuppressive
Therapieeinleitungen und die Überwachung von Leber- oder CED Patienten nicht gewährleistet werden.
Dies zwingt uns nach anderen Rahmenbedingungen zu suchen, z.B. in gesondert vereinbarten
Strukturverträgen"