Darmkrebsvorsorge: Darmspiegelung bleibt Standard

Darmspiegelung bleibt Standard, aber Stuhltest ist besser als nichts
(31.8.2015) "Die Darmspiegelung ab 55 hat den nicht überbietbaren Vorteil, dass der Magen-Darm-Arzt im Zuge der Untersuchung sofort sämtliche Polypen und damit die gefährlichen potenziellen Vorstufen eines Darmkrebs entfernen kann", sagt der Darmkrebsexperte Dr. Jens Aschenbeck vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Das Darmkrebsrisiko wird auf diese Weise drastisch reduziert."

Obwohl alle Experten nicht müde werden, die Vorteile des Verfahrens zu betonen, bleibt die Teilnahmerate am Screening-Programm der gesetzlichen Krankenkassen seit Jahren unter den Erwartungen. Diese Tatsache spiegelt unter anderem eine Scheu vieler Menschen, die Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen. Unbegründete Vorbehalte gegen die Untersuchung verunsichern trotz erheblich vereinfachter Darmreinigung, dem Angebot der Sedierung und der Sicherheit vor den Folgen einer Krebserkrankung immer noch viele der anspruchsberechtigten Versicherten.

Für die, die immer noch zögern, gibt es eine zweitbeste Lösung, um sich durch Früherkennung vor Darmkrebs zu schützen. Neue Daten des Tumorregisters aus Venetien (Italien) belegen, dass auch immunochemische Tests auf verstecktes Blut im Stuhl dazu beitragen können, die Darmkrebssterblichkeit in einer Region zu senken. "Mit dem Befund Blut im Stuhl lassen sich zögernde Menschen leichter davon überzeugen, zur Darmspiegelung zu gehen", sagt Dr. Aschenbeck.

"Die immunochemischen Stuhltests sind aber nur die zweitbeste Lösung, weil sie erst anschlagen, wenn sich Darmkrebsvorstufen bereits so weit entwickelt haben, dass sie zu Blutungen führen", erläutert der Darmkrebsexperte. "Wer gleich zur Darmspiegelung geht, kann verhindern, dass es überhaupt so weit kommt."